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Zwerg
Der kleine Zwerg

Es war einmal ein alter König, der wohnte in einem sehr schönen Schloss. In einer großen Geheimkammer bewahrte er einen sehr großen Edelstein auf. Damit erst gar keiner in das Schloss kam, stellte er einen Wächter vor das Schloss. Er hieß "Nanza". Nanza war sehr groß und hatte viele Muskeln. Außerdem war er eine Vertrauensperson des Königs, denn nur er und der König kannten das Versteck des Edelsteines. Der König sprach eines Morgens zu Nanza: "Dass du keinem das Versteck sagst!" "Nein. Nein. Das werde ich nicht tun", antwortete Nanza.

Einmal kam ein kleiner Zwerg zu Nanza und sprach: "Wenn du mir ein Geheimnis von dir sagst, dann darfst du dir etwas wünschen." Nanza sagte zunächst immer "Nein", weil er nur ein Geheimnis hatte, aber dann bekam er immer mehr Lust und sagte schließlich: "Ja, ich sage dir ein Geheimnis". Er erzählte von der Geheimkammer und wie man sie findet. "Darf ich mir denn alles wünschen?" fragte Nanza. "Ja, Gold, Silber usw.", sagte der Zwerg. Also wünschte er sich, dass er ganz reich wäre. So geschah es dann auch.

Der Zwerg ging wieder durch den Wald zurück in seine Höhle. Es war eine große Höhle im Berg. Als er da war, lachte er. Als es Nacht geworden war, schlich sich der Zwerg zum Schloss, aber nicht zum Vordereingang, sondern hinter das Schloss. Er sah ein offenes Fenster und stieg ein. Als er drinnen war, pirschte er sich zum Geheimgang. Er öffnete die verborgene Tür mit einem Hebel. Sie ging auf, und er ging hinein. Von einem grellen Lichtstrahl wurde er geblendet, denn der Edelstein funkelte wie neu. Er nahm ihn mit und flüchtete wieder durch das Fenster. Dann rannte er lautlos zu seiner Höhle und freute sich, endlich den Stein zu besitzen.

Am Morgen ging der König zum Stein. Doch wie erschrak er, als er sah, dass der Edelstein weg war. Sofort lief er zu Nanza und fragte: "Hast du einem verraten, wo der Stein war?" Nanza antwortete: "Ja, einem Zwerg habe ich es gesagt." Der König sagte: " Du elender Trottel. Jetzt ist der Edelstein weg." Nanza antwortete: "Dann müssen wir ihn suchen." Sie durchsuchten den ganzen Wald, aber sie fanden nichts.

Als sie die Hoffnung schon fast aufgegeben hatten, entdeckte Nanza die Höhle. Er holte den König, und sie gingen hin. Sie sahen den Zwerg, und Nanza sagte: "Das ist der Zwerg, dem ich es gesagt habe". Sie schlichen in die Höhle und holten sich den Edelstein leise zurück. Das schafften sie, denn der Zwerg schlief. Sie rannten wieder zum Schloss, und Nanza schwor: "Ich verrate niemandem mehr, wo der Edelstein ist."

Sie lebten glücklich und zufrieden, und zwar mit dem Stein. Und Nanza machte sein Versprechen wahr. Er sagte keinem mehr, wo sich der Stein befand. Und was den Zwerg betrifft, der ärgerte sich schwarz, als er entdeckte, daß der Edelstein weg war. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann ärgert der Zwerg sich immer noch.

Bastian Kipp

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