zurück zur Startseite der Ev. Jugend Rotthausen

zurück zu den Projekten
 
 

Projekt Regenwasserverwertung als Gieß- und Brauchwasser


1. Entstehungsgeschichte und Hintergrund der Projektidee

1999 wurde für unser Jugendheim ein Außengelände / Gartengrundstück angelegt, wobei Kinder und Jugendliche in die Planung der Ausgestaltung einbezogen wurden.

In diesem Zusammenhang wurde u.a. auch ein Kräuterbeet angelegt, wobei für die Zukunft die Erweiterung zum Anbau von Obst und Gemüse denkbar ist.

Die Kräuterernte wird zum Kochen in unserer Jugendheimküche und zur Herstellung naturkosmetischer Produkte verwandt.
 

2. Berücksichtigung von Umweltaspekten

Wo ein Gartengrundstück vorhanden ist, sollten Umweltaspekte verstärkt berücksichtigt werden. Dazu kommt, daß das Umweltbewußtsein bei vielen uns bekannten Kindern und Jugendlichen im Alter von 10-13 Jahren vorsichtig gesagt wenig ausgeprägt ist und von daher ihr Blick für Umweltfragen geschärft werden sollte.
 

3. Bau einer Regenwasserauffanganlage

Wir planen deshalb den Bau einer Regenwasserauffanganlage, in der Wasser aus den Regenrinnen der vorhandenen Gartenhäuser, eines Wohnhauses und von Teilen des Kirchdaches aufgefangen werden soll.

Das Wasser wird dabei in frostsicher eingegrabenen Behältern gelagert und bei Bedarf mit einer Pumpe gefördert.

Durch die Pumpförderung ist es möglich, die gesamte Gartenfläche großzügig mit Wasser zu versorgen sowie das Wasser als Brauchwasser in die einzelnen Etagen des Jugendheimes zu fördern. (Siehe Punkt 6 Putzen mit Brauchwasser)
 

4. Niederschlagsmenge

Bei einer Niederschlagsmenge von ca. 420 l / m2 in den Sommermonaten Mai bis September laut Wetteramt Essen (die ergiebigsten Regenmonate) ließe sich so bei der vorhandenen Dachfläche so viel Regenwasser auffangen, daß mit dieser Wassermenge der gesamte Garten einschließlich Kräuterbeet und Obst- und Gemüsebeeten bewässert werden könnte.
 

5. Praktische Umsetzung des Projekts und fachliche Anleitung

Die Realisierung des Projektes soll von der Zielgruppe der 10-13-jährigen Jugendlichen, deren Umweltbewußtsein uns durchaus verbesserungswürdig erscheint, unter fachlicher Anleitung von Matthias Klockhaus, Diplom-Physikingenieur, der uns auch bei der Erstellung dieser Projektplanung beraten hat, durchgeführt werden.

Gedacht ist an eine Gruppe von 10 Personen, die das gesamte Projekt in ca. 7 Tagen in den Osterferien 2000 umsetzen soll.
 

6. Putzen mit Brauchwasser

Es ist außerdem geplant, daß das gesamte Jugendheim durch Vorschaltung eines Filters mit dem anfallenden Brauchwasser geputzt wird.

Allein für die gesamten Putzarbeiten besteht ein jährlicher Bedarf für das gesamte Haus von ca. 25.000 l.
 

Projektentwicklung: Matthias Klockhaus und Ralf Müller


Sachbericht – Projekt Regenwasserverwertung –

Zeitrahmen:
Das Projekt „Regenwasserverwertung“ begann am 18.10.00 und wurde am 22.12.00 abgeschlossen. Im Rahmen der Maßnahmendauer wurden mit den beteiligten Jugendlichen 12 Treffen vereinbart, die in der Regel zwei mal wöchentlich für je zwei Stunden angesetzt waren.

Umsetzung:
Die jugendlichen Teilnehmer des Projektes wurden zu Beginn der Maßnahme in theoretischen Grundlagen der Regenwassernutzung unterrichtet. Dabei wurden Begriffe wie Niederschlagsmenge und -verteilung, Wasserqualität, Verbrauchsmengen und -arten und verschiedene technische Komponenten erklärt.
Basierend auf diesem Wissen planten die Jugendlichen eine komplette Anlage zur Gartenbewässerung, wobei der Unterschied zu einer Hausanlage herausgestellt wurde, und sie stellten Einkaufslisten für diese zwei `Musteranlagen` zusammen.
Beim anschließenden Einkauf erhielten die Teilnehmer einen Eindruck über das Marktangebot und die verschiedenen Ausführungen von Regenwasser-Zubehör.
Im Praxisteil wurde zuerst die Gartenanlage mit Erdtanks und Schlauchverbindungen aufgebaut. Anschließend wurde die Hausanlage erstellt, wobei diese technisch anspruchsvoller war und teilweise Arbeiten erforderte, die von den Jugendlichen allein nicht bewältigt werden konnten. In diesen Fällen (Hartlöten, elektrische Anschlüsse) haben die beiden Betreuer die Arbeiten übernommen.

Erfolg und Auswirkung:
Die beteiligten Jugendlichen haben einen Eindruck vom möglichen Nutzen von Regenwasser und den Aufbau von Regenwassernutzungs-Anlagen bekommen. Durch den praktischen Teil sollten sie – mit kleinen Hilfestellungen - in der Lage sein, eine Gartenbewässerung mit Regenwasserspeicherung aufzubauen. Das Gefühl, Wasser auch als Rohstoff zu betrachten, wurde geweckt.

Abweichungen von den Planungen:
Das Eingraben der Erdtanks hat bei dem naßkaltem Novemberwetter länger gedauert als angenommen. Im allgemeinem erscheint es wenig sinnvoll, solche Projekte zum Jahresende umzusetzen.
Für die Regenwasserzuleitung der Hausanlage war es notwendig, eine Kernbohrung durch ca. 80 cm starkes Kirchengemäuer vorzunehmen. Diese Arbeit mußte aufgrund von fehlenden technischen Möglichkeiten an eine Firma vergeben werden, wobei die nicht eingeplante Summe durch Verhandlungen mit dem materialliefernden Baumarkt eingespart werden konnte.

 Matthias Klockhaus, Diplom-Physikingenieur
 

zurück zur Startseite der Ev. Jugend Rotthausen

zurück zu den Projekten