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Konzeption der Mädchenarbeit der
Evangelischen Jugend Rotthausen
 

Inhalt:

Vorbemerkung
Definition von Mädchenarbeit
Prinzipien der parteilichen Mädchenarbeit
Ziele der Mädchenarbeit
Die Mädchenarbeit in der Altersgruppe der 10 - 12jährigen
Mädchen- und Jungenarbeit
Ideen zur Mädchengruppe
Warum tun wir was? Bezüge zur Theorie – pädagogischer Hintergrund
 
 

Vorbemerkung

Aufgabe der Jugendarbeit ist es, die Entwicklungschancen von jungen Menschen zu verbessern und die Entfaltung sozialer, humaner und solidarischer Einstellungs- und Verhaltensmuster zu fördern. Sie muß nicht nur Entwicklungshindernisse kompensieren bzw. ausräumen, sondern sich jeglichen bestehenden Ungleichheiten und Benachteiligungen widersetzen, unabhängig davon, ob diese geschlechts-, rassen-, nationalitäts- oder ideologiebedingt sind.

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Definition von Mädchenarbeit

"Mädchenarbeit ist die parteiliche Arbeit von Frauen für und mit Mädchen. Sie hat die klare Zielsetzung, Selbständigkeit und Selbstverwirklichung über die Stärkung weiblicher Identität und weiblichen Selbstbewußtsein zu fördern. Mädchenarbeit bietet mädchenbezogene Frei-Räume, in denen sich Mädchen unabhängig von männlicher Dominanz und Gewalt treffen, austauschen und entwickeln können. Mädchenarbeit ist entstanden aus der Kritik an der Koedukation, die durch die formale Gleichbehandlung der Geschlechter herkömmliches Rollenverhalten reproduziert hat. Mädchenarbeit vor der Koedukation hatte eher ein klassisches Mädchen- und Frauenbild vor Augen und unterscheidet sich dadurch von der Mädchenarbeit von heute."

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Prinzipien der parteilichen Mädchenarbeit

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Ziele der Mädchenarbeit

Mädchenarbeit schafft Rahmenbedingungen, damit Mädchen Potentiale in sich (wieder-)entdecken, sie aktivieren und ausgestalten lernen. Ziel ist es, die gesamte Palette menschlicher Möglichkeiten zu entwickeln und sie zu nutzen.

Eigenschaften und Kompetenzen sind nicht angeboren, sondern werden erworben; hier geht es nicht darum, daß "Mädchen das lernen, was Jungen schon können."

Mädchenarbeit bietet Erfahrungsräume, in denen Mädchen sich nicht ständig gegen eine vorherrschende Gruppe abgrenzen, behaupten bzw. durchsetzen müssen. Mädchen sind eher und angstfreier bereit, sich mit der eigenen Person, ihren Eigenarten, aber auch anderen Andersartigkeiten zu konfrontieren und auseinanderzusetzen. In geschlechtshomogenen Gruppen können Mädchen sich von den Zwängen gesellschaftlicher Rollenzuweisungen befreien und versuchen, mehr Authentizität und Selbststand zu gewinnen. Mädchen bringen ihre Kompetenzen und Qualitäten ein, legen die, die verschüttet sind oder brachliegen frei, erproben, erweitern und verfestigen sie. In diesen Selbst(-auf)klärungsprozessen gewinnen sie Vertrauen zu sich, den eigenen Grenzen und Möglichkeiten, werden sich nicht nur ihrer Bedürfnisse, Empfindungen und Interessen, sondern auch ihrer Kompetenzen und Handlungsmöglichkeiten bewußt. Das heißt, sie schaffen sich die Voraussetzungen für eine eigenständige Selbstdefinition und nehmen ihre Lebensplanung selbst in die Hand.

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Die Mädchenarbeit in der Altersgruppe der 10 - 12jährigen

Trotz gemeinsamer geschlechtsspezifischer Erfahrungen von Mädchen kann in der Mädchenarbeit nicht davon ausgegangen werden, daß ihre Adessatinnen alle "gleich" sind. Jedes Mädchen ist anders, und es ist die Aufgabe der Pädagogin, die Einzigartigkeit "ihrer" Mädchen zu sehen und sie in ihrer Individualität zu stützen und zu fördern.

Dennoch lassen sich je nach familiärem Hintergrund, nach Bildungserfahrung, sozialer Lage und Lebensalter der Mädchen Gemeinsamkeiten finden. Dieses Wissen ist hilfreich für die inhaltliche und organisatorische Planung der Mädchenarbeit. Bezogen auf die Altersgruppen der Mädchen zeigt die Praxis, daß die ca. 10 bis 12 jährigen Besucherinnen der Jugendeinrichtung meist noch sehr offen sind für die Angebote der Pädagogin sind. Im Vergleich zu den älteren Mädchen sind die ganz jungen noch weniger von der Auseinandersetzung mit den Anforderungen an die weibliche Geschlechterrolle belastet und in ihrer Entwicklung weniger festgelegt auf bestimmte berufliche oder private Perspektiven. Meist haben diese Mädchen daher noch große Lust auf gemeinsame Aktivitäten. Diese Chance sollte genutzt werden, um Mädchen dieser Altersgruppe bereits für die geschlechtsspezifische Arbeit zu gewinnen mit der Perspektive, sie über einen längeren Zeitraum zu begleiten. Die ganz jungen Mädchen sollten auf keinen Fall nur der Kinderarbeit im Jugendheim überlassen werden, denn dann "verschwinden" sie anschließend meistens ganz.

In der Arbeit mit ganz jungen Mädchen bieten sich alle Arbeitsformen und Aktivitäten an, die ihre Abenteuer- und Entdeckungslust sowie ihren Spiel- und Bewegungsdrang aufgreifen. Dabei können auch die ganz "heißen Themen" der ganz jungen Mädchen, z.B. körperliche Veränderung, die beginnende Hinwendung zu Jungen und das Erlebnis des erstmaligen Verliebtseins sowie Konflikte mit den Eltern aufgegriffen werden. Dies wird aber vorrangig nicht im Problemgespräch, sondern im Rahmen lockerer Arbeitsformen erfolgen; an reinen Gesprächsrunden sind Mädchen dieser Altersgruppe meist noch nicht interessiert.

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Mädchen- und Jungenarbeit

Sowohl der Parteilichen Mädchenarbeit als auch in den theoretischen Ansätzen der Koedukation geht es um den ganzen Menschen. Unabhängig von der jeweiligen biologischen Geschlechtszugehörigkeit sollen Menschen - Mädchen und Jungen - all ihre Potentiale, ihre weiblichen und männlichen Anteile, entwickeln. Auf der Basis dieses ganzheitlichen Menschenbildes werden Eigenschaften, Kompetenzen und Verhaltensweisen neu bewertet und zwar entlang eines Maßstabes, der weder eine "weibliche" oder eine "männliche" Wesensfestschreibung vornimmt.

Männliche und weibliche Eigenschaften, Kompetenzen und Fähigkeiten sind gleichwertige Elemente eines Menschen und als solche notwendige und hinreichende Bedingungen für eine humane Gesellschaft. Nur eine Neubestimmung bzw. Umwertung männlicher und weiblicher Eigenschaften und Kompetenzbereiche wird die gesellschaftliche Lage von Mädchen verbessern und mittelfristig die Gesellschaft humanisieren.

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Ideen zur Mädchengruppe

Es soll zwei feste Programmpunkte geben: die Anfangsrunde und die "Teerunde":

Die Programmgestaltung soll sich in einen kreativen / aktiven und einen inhaltlichen Bereich gliedern.

Beim inhaltlichen Bereich steht die gesellschaftliche Situation von Mädchen im Vordergrund. Es werden Rahmenbedingungen thematisiert, in denen die Mädchen leben. Hier wird versucht, ihre spezifischen Probleme aufzugreifen. Ausgegangen wird von ihrem Empfinden und Denken; ihre Ich-Identität und ihre Persönlichkeit sollen gestärkt und die Fähigkeit, eigene Ideen und Erwartungen zu entwickeln und umzusetzen, soll erlernt werden.

Im kreativen / aktiven Bereich geht es besonders um das Erkennen eigener Stärken, um das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, um das Ausprobieren neuer Möglichkeiten. Wichtig ist es auch zu lernen, vom Urteil anderer unabhängiger zu werden, d.h. konkret: ich weiß selbst, wann und wie mir etwas gefällt.

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Warum tun wir was? Bezüge zur Theorie – pädagogischer Hintergrund

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Melanie Stollenwerk
 

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