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Konzeption der Jugendarbeit  der Evangelischen Kirchengemeinde Rotthausen

Inhalt

1.

Theologische Grundlagen

2.

Religionspädagogische Überlegungen

3.

Ziele evangelischer Jugendarbeit

4.

Zielgruppen der Kinder- und Jugendarbeit

5.

Angebotsformen und Inhalte der Kinder- und Jugendarbeit

6.

Zusammenarbeit mit anderen Arbeitsbereichen der Kirchengemeinde und Einrichtungen im Stadtteil

7.

Übergemeindliche Angebote und Zusammenarbeit auf Stadtebene

8.

Die Bedeutung ehrenamtlicher Tätigkeit

1. Theologische Grundlagen

Der biblisch motivierte Auftrag der Evangelischen Kirche ist es, sich für Menschen allgemein, für Benachteiligte im besonderen, für Kinder und Jugendliche einzusetzen. Die Bibel sieht den Menschen als Ebenbild Gottes an; und damit hat jeder einzelne Mensch einen unersetzlichen Wert vor Gott. Die Menschen werden als das Salz der Erde angesehen, sie sollen einander zu einem gelungenen Leben helfen, sollen einander so annehmen, wie Gott sie angenommen hat. Jesus ließ die Kinder zu sich kommen und segnete sie. Kinder und Jugendliche sollen als Bereicherung des Lebens, nicht als Last angesehen werden. Sie galten ihm nicht als defizitäre Erwachsene, sondern als Menschen mit eigenen berechtigten Lebensinteressen und Fähigkeiten. Der Mensch ist verantwortlich für die Schöpfung; die Bewahrung der Schöpfung beinhaltet ökologische Verantwortung; und Auftrag des Evangeliums ist es, Frieden zu stiften und Gemeinschaft zu ermöglichen.Ziele wie Frieden, Gemeinschaft und soziale Verantwortung mit spezieller Blickrichtung auf Kinder und Jugendliche sind es also, an denen sich die Kirche orientiert.

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2. Religionspädagogische Überlegungen

Indem sie sich den Kindern und Jugendlichen als Subjekten zuwendet, berücksichtigt die Kirche deren gesellschaftliche Situation und erweitert den kirchlich orientierten Bezugsrahmen um eine gesellschaftstheoretische Perspektive. Gemeinsam soll ein Leben auf Zukunft hin sowohl individuell als auch kollektiv ermöglicht werden. Das Arbeitsfeld Jugendarbeit ist dabei ein eigenständiger Teil der Gemeinde; und Jugendliche und junge Erwachsene sind die Zukunft der Kirche. Kindern und Jugendlichen soll eine lebensbegleitende Orientierungshilfe gegeben werden. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen soll dabei von Offenheit, Partnerschaft, Kooperation, Partizipation und Mitbestimmung geprägt sein. Kirchliche Mitarbeiter als Anwälte und Weggenossen sollen gleichzeitig auch Vor- und Leitbilder sein und so einen substantiell gefüllten christlichen Glauben vermitteln.

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3. Ziele evangelischer Jugendarbeit

* Die Kinder- und Jugendarbeit soll sich an den Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen orientieren. Dabei soll deren Gegenwartsorientierung berücksichtigt werden, um gegebenenfalls flexibel reagieren zu können. 

* Kindern und Jugendlichen sollen Orientierungs- und Lebenshilfen gegeben werden durch Beziehungsangebote, Seelsorge und Beratung. 

* Ihnen soll Gemeinschaft angeboten werden, die Fähigkeit zum Gruppenleben soll gefördert werden, Achtung, Toleranz und soziales Lernen soll ermöglicht und erfahrbar gemacht werden. 

* Sie sollen neue Erfahrungen mit der Kirche machen und sich im Sinne einer Glaubens- und Ethikvermittlung kritisch mit Sinnangeboten aller Art und mit Glaubens- und Lebensfragen auseinandersetzen lernen. 

* Die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen sollen berücksichtigt werden; sie sollen Spaß und Freiräume haben, sich selbst verwirklichen können und ein vielfältiges Freizeitangebot bekommen. 

* Emanzipation, Selbstverwirlichung, Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit sollen gefördert werden. 

* Die Kinder und Jugendlichen sollen zu politischem und sozialem Engagement sowie zu solidarischem Handeln angeregt werden. 

* Die eigene Meinungsbildung und Eigeninitiativen der Kinder und Jugendlichen sollen gefördert werden. 

* Im Sinne interkultureller Bildung und Erziehung sollen unsere Angebote deutsche und ausländiche Kinder und Jugendliche gleichermaßen ansprechen. 

* Jungen und Mädchen sollen gleichermaßen gefördert werden, wobei auch auf geschlechtsspezifische Besonderheiten und Fragestellungen im Sinne parteilicher Mädchen- und reflektierter Jungenarbeit eingegangen werden soll. 

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4. Zielgruppen der Kinder- und Jugendarbeit

Unsere Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wendet sich an folgende Zielgruppen: 

* Kinder im Alter von 6-10 Jahren 

* Teenies im Alter von 10-14 Jahren 

* Ältere Jugendliche ab 14 Jahre 

* Junge Erwachsene 

* Ehrenamtliche ab 14 Jahren 

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5. Angebotsformen und Inhalte der Kinder- und Jugendarbeit

Mit ihren Angebotsformen und Inhalten soll die Kinder- und Jugendarbeit zunächst eine Grundversorgung an offenen, Gruppen- und Beratungsangeboten für Kinder und Jugendliche aus dem Stadtteil sicherstellen. Zudem kommt es darauf an, regelmäßige Höhepunkte im Jugendzentrumsalltag zu schaffen. Außerdem ist es wichtig, neue Tendenzen und Herausforderungen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Blick zu behalten, um das Programm im Hinblick auf veränderte Lebenswelten gestalten zu können. So ist z.B. die geschlechtsspezifische und die Projektarbeit entstanden, und so werden auch die angestrebte Partizipation und Mitbestimmung, die Neuen Medien, schulbezogene Fragestellungen und erlebnispädagogische Angebote thematisiert und aufgegriffen.

Die Angebotsformen und Inhalte unserer Kinder- und Jugendarbeit sehen im einzelnen wie folgt aus: 

* Einzelgespräche und Beratung 

* Offene Angebote: Jugendcafé, Disco, Spielbereich, Filme, Sport, Kochen, Informationsangebote 

* Gruppenangebote: Kindergruppen, Jugendgruppen, Sportgruppen, 

* Geschlechtsspezifische Angebote: Gruppen- und Projektarbeit, spezielle Angebote wie Wen-do oder "Mädchen ans Netz" 

* Hausaufgabenhilfe 

* Kulturveranstaltungen und Feste, Tage der Offenen Tür 

* Kinderkirchentage 

* Wochenendfahrten und-seminare 

* Ferienprogramme und Bibelwochen 

* Projektarbeit: Erlebnispädagogische Angebote, Rap, Internet 

* Freizeiten und internationale Begegnungen 

* Gremienarbeit 

* Mitarbeiterkreis 

* Jugendvorstand 

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6. Zusammenarbeit mit anderen Arbeitsbereichen der Kirchengemeinde und Einrichtungen im Stadtteil

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist nicht isoliert zu betrachten; es ergeben sich vielmehr vielfältige Verknüpfungsmöglichkeiten mit folgenden Einrichtungen: 

* dem Kindergarten: z.B. bei der gemeinsamen Gestaltung von Festen, bei der Kinderbibelwoche und beim Angebot von Gruppen für Kindergartenabgänger 

* dem Kindergottesdienst: gemeinsamer Erfahrungsaustausch der Ehrenamtlichen aus diesem Bereich mit denen aus der Arbeit mit Kindern, gemeinsame Projekte wie z.B. Kinderkirchentage und Kinderbibelwochen 

* dem Weltladen: gemeinsame Veranstaltungen zu entwicklungspolitischen Fragen 

* der Kirchenmusik: gemeinsame Entwicklung von zeitgemäßen Musikangeboten, Kinderliederworkshops 

* dem Kirchlichen Unterricht: gemeinsame Nachmittagsangebote für 12-14jährige, mehrtägige Fahrten, Vermittlung von Projekten im Stadtteil in Kooperation von Jugendarbeit und KU. 

* Den Schulen im Stadtteil: Zusammenarbeit im Rahmen von Projektwochen, Mittagessen für Schüler, Hausaufgabenhilfe, Projekte für Schüler. 

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7. Übergemeindliche Angebote und Zusammenarbeit auf Stadtebene

Über die Arbeit auf der Ebene des Stadtteils und der Kirchengemeinde ist eine Zusammenarbeit mit anderen Jugendzentren und zentralen Ebenen auf Stadtebene erforderlich.

Dabei geht es zunächst um gemeinsame Aktivitäten und Veranstaltungen, die für ein Jugendzentrum allein nicht leistbar sind.

Im Sinne einer Vernetzung der Arbeit seien hier folgende Beispiele genannt: 

* Kulturveranstaltungen und Feste 

* Jugendgottesdienste und Kinderkirchentage 

* Seminarangebote für Jugendliche und Ehrenamtliche 

* Größere Veranstaltungen für Mädchen und Frauen 

* Spieletage, Sportfeste und Turniere 

* Entwicklung von Modellprojekten 

* Erstellung von Materialien zu bestimmten Themenbereichen 

* Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Darüber hinaus wollen wir uns auch im jugendpolitischen Bereich sowohl inner- als auch außerkirchlich für die Belange von Kindern und Jugendlichen einsetzen. Folgende Gremien und Aktivitäten sind hier zu nennen: 

* die Delegiertenversammlung der Evangelischen Jugend 

* der synodale Jugendausschuß 

* der kommunale Jugendhilfeausschuß 

* Beteiligung an der kommunalen Jugendhilfeplanung 

* der Jugendring 

* Kontakte zu Politikern. 

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8. Die Bedeutung ehrenamtlicher Tätigkeit

Die Gesamtheit der beschriebenen Aufgaben kann nicht von zwei hauptamtlichen Fachkräften allein bewältigt werden. In hohem Maße muß die Arbeit von ehrenamtlich Tätigen getragen werden. 

Es ist deshalb wichtig, ständig Ehrenamtliche zu suchen, sie aus- bzw. fortzubilden und sie bei ihrer Arbeit zu unterstützen. 

Die Ehrenamtlichen müssen außerdem ständig die Wertschätzung durch den Träger erfahren. 

Sie müssen die Gelegenheit erhalten, die Arbeit mitzuplanen und mitzubestimmen. Ihr Engagement muß Ehrenamtlichen als persönlich bedeutsam erscheinen. Veranstaltungen aller Art für Ehrenamtliche sind deshalb unabdingbarer Bestandteil der Kinder- und Jugendarbeit.

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