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Auf der Suche nach dem Menschen
Eindrücke vom Evangelischen Kirchentag in Bremen, 20.-24.5.2009
„Mensch, wo bist du?“

Mittwoch, 20.5.2009
Wieder einmal ist es so weit: Der Kirchentag ruft, und wir fahren mit einem Sonderzug direkt von Essen nach Bremen. Bei den schönen alten Abteilen kommt Nostalgiestimmung auf.
Wir werden in unsere Unterkunft, eine Grundschule, eingewiesen, und dann geht es auch bald zum Eröffnungsgottesdienst auf das Messegelände - auf die Bürgerweide, die allerdings aus Kopfsteinpflaster besteht.
Predigttext: 1. Mose 3,9: "Und Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du?"
Der Kirchentag wird eröffnet, Bläserchöre trumpfen auf, die Erzählung von Jona, der vor Gott flieht, wird vorgetragen, dazu hören wir einen mehr oder weniger passenden Jona-Rap, den man nach dem Kirchentag auch noch einmal in einer Satire-Sendung des ZDF sehen und hören kann, und es werden große Papierschiffe durchs Publikum getragen.
Dann predigt Renke Brahms und weist darauf hin, dass der Kirchentagsmensch sich nicht zu verstecken brauche. Wir sind Gottes angesprochene und beauftragte Menschen.
Aber der Mensch zerstört alles und macht sich selbst kaputt. Dennoch sucht Gott den Menschen. Wir sind gefragte Leute und sollen Verantwortung übernehmen, und zwar im Hinblick auf Armut in Deutschland, das marode Bildungssystem, die Armut in der Welt, die Bedrohung der Welt durch den Klimawandel, Kriege und Konflikte in der Welt sowie die globale Finanz- und Wirtschaftskrise.
Wir sollen nicht wie Jona auf ein Schiff flüchten: Gott lässt uns nicht. Es gibt Hoffnung, dass die Stadt Ninive sich ändert, wo immer Ninive für uns auch sein mag.
Der Text der Predigt findet sich hier:
http://www.kirchentag2009.de/presse/dokumente/dateien/EGD_1_1641.pdf
Die Sammlung der Kollekte ist schlecht organisiert: Es gibt nicht genügend Sammler, und so kann nicht jeder seine Spende geben. Deshalb hier die Kontonummer: Vielleicht kann ja so noch ein bisschen nachgebessert werden:
Norddeutsche Mission (für das Straßenkinderprojekt in Ho, Ghana, der Evangelical Presbyterian Church, Ghana)
Konto-Nr. 1014139024 bei der KD-Bank Duisburg, BLZ 35060190.
Dann begrüßt Bundespräsident Köhler alle als Brüder und Schwestern und betont die Gemeinschaft. Man soll "Menschenwerk zum Guten verrichten". Köhler, der Gutmensch. Er spricht auch vom Kampf gegen Armut und Klimaveränderung und will einen Baum pflanzen. Gegen die Rede kann man kaum etwas sagen, aber musste gerade er sie halten?
Als Steinmeier spricht, höre ich lieber nicht mehr hin und gehe weg.
Abends geht es dann zum Public Viewing des UEFA-Pokal-Endspiels zwischen Werder Bremen und Schachtjor Donezk (1-2 nach Verlängerung).
Das Spiel selbst findet in Istanbul statt, seine Vorführung auf dem Außengelände des Einkaufszentrums Waterfront in Bremen-Gröpelingen, früher ein Vergnügungspark, der Pleite gegangen ist.
http://www.waterfront-bremen.de
Hier sind rund 10.000 Zuschauer versammelt, wo sind die sanitären Einrichtungen?
Zu allem Überfluss kassiert Bremen in der Verlängerung den entscheidenden Gegentreffer.
Die Rückfahrt: Wo bleiben die Straßenbahnen? Gedränge, überfordertes BVAG-Personal, aufgeheizte Stimmung, die drei einzigen Bahnen, die innerhalb einer knappen Stunde kommen, fahren ohne uns los. In die nächste können wir uns gerade noch hineinquetschen, und bevor sie abfährt, gibt es noch einen lautstarken Wortwechsel mit einem Polizisten, der ausgerechnet mich wieder aus der Bahn ziehen wollte. Leider war die Polizei vorher nicht in Erscheinung getreten, um Ordnung zu schaffen oder mehr Bahnen anzufordern, man sah sie erst, als einige Jugendliche ein Grillfeuer mitten auf der Straße entzündet hatten. Um 1 Uhr müssen wir in der Schule sein, immerhin: Um zehn vor 1 sind wir auch da.

Donnerstag, 21.5.2009
Nach dem Frühstück geht es los zur Bibelarbeit.
Der Kirchentag spielt sich an drei zentralen Orten ab: Der Innenstadt, dem Messegelände mit der Bürgerweide und der Überseestadt mit Schiffen, einem Schuppen und Zelten. Klar, dass die Besucher zwischen diesen Veranstaltungsorten ständig hin- und herpendeln wollen. Heute ist die Verkehrsgesellschaft jedoch noch nicht darauf eingerichtet. Das Umsteigen in der Innenstadt Richtung Übersee misslingt, weil erst nach einer Viertelstunde Wartezeit zwei bereits volle Bahnen kommen, dann geben wir es auf, welcher Dussel hat hier die Verantwortung für den Öffentlichen Nahverkehr? Der Kirchentagsbesucher soll geduldig sein: Ich bin es nicht. So geht es nun zur Bibelarbeit aufs Messegelände zu Ernst-Ulrich von Weizsäcker, Umweltwissenschaftler, der den Text 1. Mose 3, Versuchung durch die Schlange und Vertreibung aus dem Paradies, auf den Umgang mit der Erde, mit Energie und Rohstoffen, bezieht. Hier sieht er sündhaftes Verhalten. Er hat ein Plakat gesehen. Darauf spricht die Natur: "Wenn ich eine Bank wäre, hättet Ihr mich längst gerettet." Er spricht sich gegen die Verherrlichung des Wachstums aus. Die Vertreibung aus dem Paradies ist die Folge der Unfähigkeit, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Der Mensch muss den Umgang mit Gottes Schöpfung lernen.
Der Markt der Möglichkeiten ist dieses Mal geteilt. Teil 1 befindet sich auf dem Messegelände, Teil 2 in der Überseestadt. Schnell auf der Messe eine Kinderbibel und eine Kinderbibelwochenmappe gekauft, dann gibt es im Gläsernen Restaurant für 10 EUR erst einmal Rucola, Spargel und Erdbeeren, dann eine Gemüseplatte, dazu Brot und Wasser. 11.30 Uhr ist eine gute Essenszeit, denn später ist es erfahrungsgemäß zu voll.
Hurra, es klappt mit der Busverbindung zur Überseestadt, und ab Donnerstag Abend wird man auch die ältesten Straßenbahnen der Welt sehen, die noch aus dem Depot geholt wurden: Ab jetzt funktioniert der Nahverkehr! In Übersee lässt sich der zweite Teil des Marktes bewundern, in großen Zelten und in Schuppen 1. Die GEW hat wie immer schöne pädagogische und politische Materialien für Erzieherinnen und Lehrer zu bieten, den schweren Rucksack trage ich für den Rest des Tages. Am Verdi-Stand wird ein bisschen diskutiert, und am Stand der Bündnisgrünen finde ich nur Leute, die weder gewusst haben noch es wollten, dass die Grünen vor einigen Jahren für eine 25%ige Kürzung der Landesmittel für die Offene Kinder- und Jugendarbeit in NRW gesorgt haben. Draußen gibt es tatsächlich Stände, die biologisch-dynamische Currywurst und Pommes Frites anbieten. Ich esse lieber ein Mangold-Törtchen. Im Schuppen finden sich noch fair gehandelte Bananen, ich kaufe mir etliche davon und esse sie sofort auf, wer weiß, wann es wieder etwas zu essen gibt. Und bei BananaFair informieren wir uns über einen interessanten Bananenparcours für Jugendliche.
http://www.bananafair.de
Zurück geht es zur Bürgerweide, und dort findet das schon traditionelle Konzert der Wise Guys statt. Andere Menschen gehen zu einer Veranstaltung mit Helmut Schmidt, aber ich bleibe bei den Wise Guys. Den Ohrwurm singen sie diesmal nicht, aber wieder haben sie das Lied des Kirchentags geschrieben.
Mensch__wo_bist_du.mp3
Liedtext_Mensch__wo_bist_du.pdf

Freitag, 22.5.2009
Heute geht es zur Bibelarbeit in eine ganz normale Kirche, die Martin-Luther-Kirche, wo der Religionsphilosoph Rémi Brague, Paris, über die Parabel vom barmherzigen Samariter - Lukas 10, 25-37 - spricht.
Er legt den Text auf angenehme Weise erklärend-professoral aus.
Die Kirchenvertreter, Priester und Leviten, durften sich mit dem Samariter nicht einlassen, weil sie zu tadelloser Reinheit verpflichtet waren.
Wir erfahren nichts vom Opfer, von diesem Reisenden wissen wir nur, dass er ein Mensch ist. Er repräsentiert somit Jedermann.
Brague will eine allegorische Deutung versuchen (Allegorie = bildliche Darstellung eines abstrakten Begriffs).
Die Räuber hinterließen den Reisenden halbtot, in einem erbärmlichen Zustand.
Er kommt aus seiner Ohnmacht wieder zu Bewusstsein, ohne zunächst zu wissen, wo er ist. Er muss eine neue Positionsbestimmung vornehmen, so wie auch wir jeden Morgen, oder aber wie jemand auf der Intensivstation.
Der Gasthof befindet sich vermutlich in einer Karawanserei, er ist ein unbekannter Ort, irgendeine Gaststätte.
Brague stellt in diesem Zusammenhang die Frage, was unsere Anwesenheit auf der Welt bedeutet. Wir sind in die Welt getragen. Zum Gasthaus, zum Krankenhaus, zum Menschen in seinem erbärmlichen Zustand fällt ihm die Frage ein: Welchen Platz, welche Stellung hat der Mensch im Gefüge der Welt? Die dynamische Optik des Neuen Testaments sagt aus: Uns ist etwas passiert (Krankenhaus). Im Christentum steht der Mensch im Mittelpunkt (Anthropozentrismus). Der Mensch als freies Wesen darf das Gute nicht nur empfangen, sondern muss es erweisen.
Bragues Deutung hat die Peripherie in die Mitte gerückt.
Im Zentrum steht die Frage: "Wer ist mein Nächster?" Nächstenliebe, Nähe und Reziprozität sind hier die Schlüsselbegriffe. Dafür ist die Leiblichkeit wichtig.
Der Gerettete wird vermutlich vom Wirt beruhigt, kennt seinen Retter aber nicht. Es redet nur der Retter, es hört nur der Wirt. Der Gerettete wiederum hat nur mit dem Wirt zu tun, der Samariter hat alles veranlasst, ist aber nicht mehr da.
Wer ist eigentlich der Wirt? Er handelt nicht aus Großzügigkeit, sondern weil ein anderer versprochen hat, die Rechnung zu begleichen.
Wir sind der Gerettete, wir sind Gäste auf der Welt.
Wir sind aber auch teilweise Wirt.
Der Samariter gilt als unrein, als schmutzig, wie auch unser Ursprung.
In der Gemeinde gibt es leckere Brötchen und Kaffee; und anschließend geht es aufs Messegelände, mehr Kaffee, fair gehandelt, und im Gläsernen Restaurant gibt es Fisch mit Nudeln und anschließend Panna cotta mit Erdbeeren.
Anschließend geht es in die Innenstadt, wo es sehr voll ist, immerhin sehe ich den Dom und die Stadtmusikanten.
Im Restaurant Casablanca, Ostertorsteinweg 59, 28203 Bremen, gibt es zum günstigen Preis Monsterpizzas, die weit über den Tellerrand hinweglappen.
Im Theater am Goetheplatz tritt das Duo Camillo auf, diese Kabarettgruppe ist aber so beliebt, dass schon früh das "Überfüllt"-Schild in die Luft gehalten wird.
Dann also zurück zum Messegelände, das Wetter ist schlecht, Thomas D. von den Fantastischen Vier auf der Bürgerweide kommt also nicht in Frage, dann also Pater Anselm Grün mit Segenssprüchen und Clemens Bittlinger mit Segensliedern in Halle 4, da ist es zunächst auch voll, aber es gehen auch Leute, und so finden wir dort noch Platz.
Aufstehn, aufeinander zugehn, sei behütet auf deinen Wegen, und dann zurück in die Unterkunft.

Samstag, 23.5.2009
Zur Bibelarbeit zu Wim Wenders werden wir es nicht mehr schaffen, und wie wir hinterher erfahren, war das Kino, in dem sie stattfand, ohnehin überfüllt.
Wir wollen sowieso zu einer Veranstaltung in der Hochschule, also auf auch zur Bibelarbeit dorthin. Die Gebäude der Hochschule sind allerdings weiträumig verstreut, aber irgendwann erreichen wir auch Gebäude D, wenn auch zu spät. Aber, nicht so schlimm, auch die Bibelarbeit beginnt mit Verspätung.
Elfriede Begrich, Regionalbischöfin aus Erfurt, legt den Text 1. Mose 16, 1-16: Hager gebärt Abram einen Sohn an Sarais Stelle, aus.
Auf diesen Text geht sie aber zunächst gar nicht ein, sondern bezieht sich wieder auf die Frage: "Mensch, wo bist du?"
Die Bibel ist Gottes lauter Ruf nach dem Menschen, der Ruf ins Dasein. Die Menschen sprechen nicht genug untereinander.
Der Mensch soll antworten: "Ich bin hier." Sie zitiert Heinrich Bölls Roman von 1951: "Wo warst du, Adam?" Im Krieg war er.
Woher hat der Mensch sein Wissen?
Dann liest Begrich unvermittelt den heutigen Bibeltext vor.
Sarai überlässt Abram ihre Sklavin Hagar, weil sie selbst keine Kinder bekommen kann. Und so wird Abrams Sohn Ismael geboren.
Bei Hagar treten zum ersten Mal Engel als Boten auf, und Gott bekommt einen Namen. Die Freude über die Schwangerschaft weicht dem Hass, die Solidarität der beiden Frauen zerbricht. Eine Sklavin, Magd, hatte eine hohe Stellung, sie verfügte über die Güter.
Für Sarai steht alles auf dem Spiel: Ihre Stellung als Fürstin, ihre Ehe und ihre Heilsgeschichte.
Begrich nimmt Bezug auf die Schöpfungsgeschichte: Inzwischen sind Gut und Böse privatisiert. Abram sagt zu Sarai: Tu mit ihr (Hagar), was in deinen Augen gutdünkt."
Hagar flüchtet, findet immerhin ein bisschen Wasser, das kleine Wunder eröffnet die Möglichkeit zum großen. In dem Augenblick kommt der Engel.
Scheitern findet sich auch heute allerorten: Sozialismus, Kapitalismus, gigantischer Materialismus, 2 Klassen, Armutsatlas: Dies ist nicht die Welt, zu der Gott gesagt hat: "Sie ist sehr gut."
Gott steht auf der Seite der Benachteiligten (Hagar).
Wie Hagar haben auch wir die Gelegenheit innezuhalten. Wo kommen wir her, wo wollen wir hin, wo will die Kirche hin? Wir sollten den Willen aufbringen, uns vom Status Quo wegzubewegen. Christen sollten diesen Exodus anführen, ausgehend von den Opfern und Benachteiligten.
Ziemlich viel hat sie in ihre Bibelauslegung hineingepackt, es ist ein theologischer Rundumschlag, nicht immer nachvollziehbar sortiert.
Weiter geht es nun in ein anderes Gebäude der Hochschule: Hier ist das Zentrum des Evangelischen Entwicklungsdienstes und von Brot für die Welt. Entsprechend fortschrittlich sind die Veranstaltungen, die hier angeboten werden.
Es referiert Professor Dr. Wolfgang Sachs, Wuppertal, Institut für Klima, Umwelt, Energie zum Thema "Kurswechsel": Zukunftsfähiges Deutschland - worauf es jetzt ankommt.
Er spricht über die Finanzkrise, über das dünne Eis, das jetzt eingebrochen ist, über toxische Kredite, über die Umwelt, die Anleihen bei der Biosphäre, über den "eingebauten Schuldenüberhang": Es wird mehr von der Natur genommen, als ihr zurückgegeben werden kann. Er spricht von ungedeckten Anleihen, speziell der Industrieländer. Die "ökologische Spekulationsblase" ist viel gravierender als die finanzielle. Die Elite, die Vorstandsetagen, alle wissen, dass sie auf dünnem Eis gehen. Er spricht lebendig, einleuchtend und überzeugend.
4 mögliche Antworten werden heutzutage angeboten:
1. Bei Knappheit andere heraushalten: Das ist die soziale Apartheid.
2. Die Expansion der Mittel vorantreiben, so z.B. Atomkraft als Versuch, die Mittel auszuweiten. Dazu gehören auch Biomasse, Biotreibstoff und Gentechnik. Z.B. sollen Wälder CO2 gentechnisch besser absorbieren. Alle wollen mit einer solchen Risikotechnik ("dirty business") angeblich den Planeten retten.
3. Die knappen Mittel sollen intelligenter eingesetzt werden (Effizienzstrategie). Die Mittel sollen gestreckt werden, das ist die regenerative Technologie ("clean business"), Knappheit schafft hier neue Nachfrage.
4. Wünsche und Ansprüche werden zurückgeschraubt (Suffizienzperspektive). Hierbei geht es um Entschleunigung, um eine Revidierung der Ziele, um Regionalisierung.
Sachs spricht auch von den "4 Himmelsrichtungen", das Profil seines Instituts siedelt er in den Himmelsrichtungen 3 und 4 an.
Bildlich gesprochen tritt hierbei ein Segelboot gegen einen Öltanker an.
Das Segelboot hat nicht zu viel Gewicht, was auch eine Regel für die ökologische Wirtschaft ist, es werden möglichst wenig Materie, Energie und Stoffe genutzt.
Das Segelboot nutzt die Natur und luchst ihr Energie ab, ohne sie zu schädigen. Sogar gegen den Wind kann es fahren.
Das Segelboot steht für die Selbstbegrenzung: Es kann nicht so viel transportieren, das Anspruchsniveau muss auf ein mittleres Leistungsniveau zurückgenommen werden.
Sachs spricht von einem "Green New Deal": Wenn schon öffentliche Gelder in Anspruch genommen werden, dann soll zumindest der Klimaschutz gefördert werden: So müsse z.B. die "Gebäudehaut" des Landes renoviert werden.
Er fordert eine dezentrale Energieversorgung mit Hunderttausenden von Mikrokraftwerken (Wind, Sonne, Kraft-Wärme-Koppelung), außerdem mehr öffentlichen Nahverkehr und eine ökologische Landwirtschaft.
Aktuell hat Südkorea den größten prozentualen grünen Anteil am Rezessionsprogramm (80%), auch China bietet zumindest 35-40%, Deutschland hingegen nur 12%.
An den interessanten Vortrag schließt sich noch eine Diskussion an, wobei festgestellt wurde, dass Wachstum bislang auch Arbeitslosigkeit hervorgebracht hat.
Eine große Volkswirtschaft kann prozentual nur ein kleines Wachstum hervorbringen. Ziel sollte eine "Wachstumsbefriedung" sein.
Die Professionellen, die Architekten und Ingenieure, sollten ihre Arbeit vernünftig machen.
Auch die Kirchen könnten einen Beitrag leisten. So kaufen Ev. und Kath. Kirche inklusive Diakonie und Caritas pro Jahr ca. 100-120.000 Autos. Sie sollten ihre daraus erwachsende Marktmacht in ökologischer Hinsicht nutzen.
Das Buch zum Vortrag:
BUND / Brot für die Welt / EED (Hrsg.) (2008): Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt. Ein Anstoß zur gesellschaftlichen Debatte. Eine Studie des Wuppertaler Instituts für Klima, Umwelt, Energie
Frankfurt/M.: Fischer-Taschenbuch-Verlag
ISBN 978-3-596-17892-6
655 S. - EUR 14.95
Nun wollen wir das Einkaufszentrum Waterfront auch einmal bei Tag sehen und dort einkaufen und essen.
Es gibt dort auch eine schöne Weserpromenade, ich habe ein kleines Radio dabei und höre, wie Wolfsburg Deutscher Fußballmeister wird.
Abends geht es dann zur Bürgerweide, zur Nacht der Lieder, Clemens Bittlinger verpassen wir, aber den haben wir ja schon am Abend zuvor gehört, wir hören noch Gerhard Schöne ("Die große Erfindung des kleinen Herrn Mutzelbach") und Hartmut Engler mit Pur in kleiner Besetzung. Am Schluss singen alle zusammen "Sei behütet", wie Bittlinger es am Abend zuvor schon angekündigt hatte. Bei alledem haben wir sogar einen Platz auf der Tribüne ergattert.

Sonntag, 24.5.2009
Nun werden die Sachen zusammengepackt, und es geht Richtung Innenstadt. Einige aus unserer Gruppe erleben den Abschlussgottesdienst live auf der Bürgerweide, und auch mit dem Gepäck haben sie anschließend keine Probleme, auch wenn unser Sonderzug schon früh zurückfährt. Wir hören uns den Gottesdienst vor dem Hauptbahnhof im Radio an.
Es predigt Professor Dr. Daniele Garrone, Rom, über 1. Petrus 3, 9-17: Es soll nicht Böses mit Bösem vergolten werden.
Segen, Sanftmut, sanfte Gelassenheit und Hoffnung, das sind die Schlüsselbegriffe, an denen Christen ihr Handeln ausrichten sollen.
Hier ist die gesamte Predigt nachzulesen:
http://www.kirchentag2009.de/presse/dokumente/dateien/SGD_1_1160.pdf
Das Gedränge vor unserer Abfahrt hält sich in Grenzen, und die Rückfahrt mit dem Sonderzug verläuft unproblematisch.
Der nächste und diesmal ökumenische Kirchentag findet vom 12. bis 16. Mai 2010 in München statt.

Ralf Müller


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