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Vermittlung lebenspraktischer Fertigkeiten für Jungen

1. Vorüberlegungen / ZieleJungen mit lebenspraktischen Fertigkeiten
In unserer Jugendarbeit beobachten wir immer wieder, daß speziell Jungen ziemlich lebensuntüchtig sind. Was soll aus ihnen werden, wenn sie einmal allein einen Haushalt führen müssen und auf sich allein gestellt sind?
Können sie sich selbst einfache Mahlzeiten zubereiten, können sie sich Knöpfe annähen?
Oder soll alles mit einer Heirat enden, und dann übernimmt die Frau dem herkömmlichen Rollenbild entsprechend die betreffenden Aufgaben?
Zur Entwicklung einer „autonomen Geschlechtsidentität“ (Sturzenhecker, Benedikt: Arbeitsprinzipen aus der Jungenarbeit. In: Unsere Jugend, 52. Jg. 2000, Heft 1, S. 26-38; Heft 2, S. 85-94, S. 27: München) gehört auch selbständiges Handeln und eigenständiges Führen eines eigenen Haushaltes.
In unserem Projekt sollen die Jungen in einer Atmosphäre, in der sie sich nicht vor Mädchen profilieren, präsentieren und darstellen müssen, Dinge lernen, die sie für ein selbständiges Leben brauchen können und die häufig als „klassische“ weibliche Handlungsweisen angesehen werden (vgl. Sturzenhecker, S. 28).
Es handelt sich dabei um lebenspraktische Fertigkeiten, um tatsächliche Leistungen; so daß sie es nicht mehr nötig haben, eigene Defizite durch „männliches“ Gebaren zu kaschieren.
Scherr drückt es folgendermaßen aus:
„Geschlechtsbewußte Jungenarbeit findet ihren Ansatzpunkt vielmehr darin, solche Situationen zu ermöglichen, in denen die alltäglichen Rituale und Zwänge außer Kraft gesetzt werden, in denen Jungen immer wieder auf die Akzeptanz konventioneller Männlichkeitsideologien verpflichtet werden.“ (Scherr, Albert: Jungenarbeit: Männlichkeit und Gewalt. In: Deutsche Jugend, 45. Jg. 1997, Heft 5, S. 212-219, S. 216: Weinheim und Basel)
In unserem Jungenprojekt soll ein angstfreier Raum entstehen, der die Jungen von sonst häufig ausgeübtem Druck befreien soll (vgl. Sturzenhecker, S. 31 f.)
Unser Projekt könnte auch durchaus in eine regelmäßige Jungengruppe einmünden.

2. Zielgruppe
10 Jungen ab 10 Jahren

3. Zeitlicher Rahmen
1 x wöchentlich 2 Stunden, insgesamt 11 mal

4. Geplante Inhalte
authentisches Verhalten ohne den inneren Zwang zur Profilierung
Schwächen zeigen können
Erlebnisse / Grenzerfahrungen / Mut zeigen
Freundlichkeit und Höflichkeit
Kochen
Spülmaschine einräumen und spülen
Hemden und T-Shirts bügeln
Wäsche sortieren und Waschen
Knöpfe annähen
Nähen
Schuhe putzen, Schnürsenkel einfädeln
Wohnung / Flur putzen / Staub wischen / Staub saugen / Müll sortieren
Bett beziehen
Fenster putzen
Gartenpflege
Mädchen zum selbstgekochten Essen einladen
Taschengeld sinnvoll einteilen / ein Haushaltsbuch führen
1. Hilfe
Einkaufen gehen mit und ohne Einkaufszettel / ein Gespür für das Preisniveau bekommen

Ralf Müller
 

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