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Das goldene Wort

November 2017

„Vom Haus auf dem Felsen“

Matthäus 7. Kapitel, Verse 24-27 (Einheitsübersetzung)

„Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute.

Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut.

Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, ist wie ein unvernünftiger Mann, der sein Haus auf Sand baute.

Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es ein und wurde völlig zerstört.“

 

Manchmal braucht man Sand. Man liebt ihn am Strand, Kinder lieben ihn im Sandkasten. Sand kann so nützlich sein, warmer Sand kann so angenehm auf der Haut sein. Man kann sich im Urlaub schön darin eingraben.

Aber wer ein Haus auf Sand baut, der ist doch entweder dumm, fahrlässig oder nimmt sogar mutwillig den Tod von Menschen in Kauf, um Baumaterial zu sparen und den eigenen Profit als Bauherr zu mehren.

Ein Haus, auf Sand gebaut, mit so gravierenden Baumängeln, dass es irgendwann einstürzt, das ist das Schlimmste, was Hausbesitzern und Mietern passieren kann. Solche Probleme sind uns allen bekannt, oft lesen wir davon in der Zeitung, sehen so etwas im Fernsehen oder im Internet.

Nicht von ungefähr nannte sich einstmals sogar eine Rockgruppe „Einstürzende Neubauten“ – das Schlimmste, was bei Pfusch am Bau geschehen kann, ist eben, dass der Neubau sofort einstürzt. Aber auch manch anderes Gebäude muss bereits nach 30 Jahren wieder abgerissen werden, weil es nicht mehr bewohnbar ist.

Wird hingegen klug und mit dauerhaften Materialien gebaut, kann ein Gebäude mehrere Jahrhunderte halten und ist zwischenzeitlich zwar renovierungsbedürftig, muss aber nicht abgerissen werden.

Viele jahrhundertealte Kirchen scheinen für die Ewigkeit gebaut worden zu sein.

 

Petrus mit all seinen Ängsten und Schwächen – schließlich hatte selbst er als sein bester Freund Jesus zwischenzeitlich verraten – wurde zum sprichwörtlichen Felsen in der Brandung, zu einem Musterbeispiel an Zuverlässigkeit. Auf ihn konnte Jesus zählen, auf ihn bauen, sich darauf verlassen, dass Petrus das Wort Gottes weiter in die Welt hinaustragen würde.

Auf ihn konnte die Gemeinde, die Kirche gebaut werden. Fest verankert im Glauben.

Das unterscheidet ihn von den sogenannten falschen Propheten, denn wenn man denen folgt, hat man sprichwörtlich auf Sand gebaut.

Was bedeutet das für die Kirche, für die Kirchengemeinde heute?

Natürlich muss sie immer wieder auch ihre Gebäude überprüfen und in Stand halten, damit niemandem etwas passiert, und damit sie lange halten, manchmal über Jahrhunderte hinweg – es gibt genügend berühmte Kirchengebäude auf der ganzen Welt.

Aber auch im übertragenen Sinne müssen die Fundamente der Gemeindearbeit überprüft werden. Vielleicht sind hier und da Renovierungsarbeiten nötig.

Die Gemeinde darf sich nicht abkapseln von der Gesellschaft und von der Situation im Stadtteil, sondern muss nach außen wirken.

Ausgehend vom festen Fundament der Worte Jesu´ und der Liebe Gottes soll die Gemeinde versuchen, nach außen zu wirken und feste Fundamente für die Bevölkerung zu schaffen. Dabei geht es um alle Menschen, nicht nur um die Kerngemeinde. Vielleicht ist es sogar möglich, dort, wo schon etwas eingestürzt ist, den Sand und den alten Bauschutt zu beseitigen, Neues zu schaffen und Gottes Liebe als Baufundament zu verankern.

So wie Petrus wie ein Fels in der Brandung gewirkt hat, sollen wir mit unseren bescheidenen Mitteln versuchen, Dauerhaftes zu schaffen.

So ähnlich hat Jesus es sich vielleicht vorgestellt, als er dazu ermahnt hat, das Haus, die Kirche, die Kirchengemeinde im übertragenen Sinn auf festen Grund, auf Fels zu bauen.

 

Ralf Müller


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