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Das goldene Wort

November 2013

Vertrauen auf Gott - Psalm 139 Vers 1: „Herr, du erforschest mich und kennest mich.“

Im 139. Psalm geht es darum, dass Gott uns geschaffen hat, uns kennt, uns versteht, so wie wir sind. Er kennt uns, wir können ihm vertrauen. Er will uns nicht ausforschen, sondern er akzeptiert uns so, wie wir sind und gibt uns Hilfe zum Leben.
4 Aspekte aus dem Psalm möchte ich herausgreifen:
1.) Der Mensch ist ein Volltreffer, er ist wunderbar geschaffen, so verschieden wir auch alle sind. Wir dürfen in den Spiegel schauen und mit uns zufrieden sein. Zufrieden, allerdings nicht selbstzufrieden. Dazu gehört: Andere in ihrer Andersartigkeit zu akzeptieren, sie auch als wunderbar anzusehen.
2.) Was allerdings nicht immer wunderbar ist, ist unser Verhalten. Wir machen oft Mist, Menschen tun Schlechtes, begehen gar Verbrechen, zetteln Kriege an.
Wenn wir allerdings mal Mist gemacht haben, sollten wir uns nicht verstecken, sondern zu dem stehen, was wir getan haben. Wenn wir Einsicht zeigen, wird Gott uns verzeihen.
3.) Wir sind zwar wunderbar, aber nicht perfekt. Wir dürfen Gefühle zeigen. Wir dürfen wütend sein. Wir können uns einen Wutball aus Luftballons und Sand herstellen und ihn vor Wut auf den Boden werfen.
Es gibt viel, worauf man sogar wütend sein sollte: Soziale Ungerechtigkeit, Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und wieder die Kriege in der Welt.
Allerdings sind wir auch unseren Freunden und Bekannten gegenüber manchmal richtig wütend – und das sicher nicht immer zu Recht. Also sollten wir immer auch prüfen, ob unsere Wut gerechtfertigt ist und uns dann auch mal wieder beruhigen.
Wir sollten unsere gerechtfertigte Wut in gesellschaftliches Handeln umwandeln und unsere ungerechtfertigte Wut sollte uns nicht davon abhalten, uns auch mal zu entschuldigen.
Und wenn es gar nicht anders geht, haben wir ja noch unseren Wutball.
4.) Auf Menschen ist nicht immer Verlass, auf Gott schon. Ihm können wir vertrauen. Schade, dass man das von Menschen nicht immer sagen kann. Allerdings ist auch Vertrauen gegenüber Menschen meist besser als ständiges Misstrauen. Selbst wenn Vertrauen mal enttäuscht wird, spricht das ja nicht gegen das Vertrauen an sich.
Zusammenfassend ist zu sagen:
Der wunderbare Volltreffer-Mensch mit all seinen Fehlern, der oft das Falsche tut und häufig wütend ist – manchmal zu Recht, manchmal zu Unrecht – findet seine innere Ruhe, seine Kraft und seine Handlungsstärke im Vertrauen auf Gott. Er erforscht uns, er kennt uns, er weiß, was gut für uns ist, an ihn können wir uns immer wenden.

Ralf Müller

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