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Das goldene Wort

November 2011

Die wahre Erleuchtung
 

Psalm 119, 105: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.“

Wenn wir Leuchten, Lampen, Licht auf unserem Wege brauchen, so muss da ja zunächst einmal Dunkelheit sein.
Tatsächlich leben wir ja jetzt gerade in der dunklen Jahreszeit.
Zwar herrschen noch fast sommerliche Temperaturen, die tagsüber an Sommer, Sonne Meer denken lassen, aber der Schein trügt:
Nach der Zeitumstellung ist es um 17 Uhr dunkel. Die Winterzeit ist da.
Manchmal drückt die Dunkelheit aufs Gemüt, weil die Erleuchtung fehlt.
Auch die WAZ hat über das Stimmungstief, Müdigkeit, Gereiztheit und Antriebslosigkeit im Herbst, über den sogenannten Herbstblues geschrieben.
Allerdings wird versucht, für vielfache Erleuchtung in dieser dunklen Jahreszeit zu sorgen: Wir selbst haben in diesem Jahr ein Lichterfest mit den Kindern gefeiert, es finden Sankt-Martin-Laternenumzüge statt, Fensterbilder und Lichter sind in den Fenstern zu sehen, manchmal auch beleuchtete Figuren in den Gärten und an den Hausfassaden, es gibt gefühlt schon immer die Essener Lichtwochen.
Die Menschen lassen sich allerlei einfallen, um für Licht in der Dunkelheit zu sorgen und die Dunkelheit regelrecht zu bekämpfen.
Dabei ist sie ja nicht nur von Nachteil: Manchmal stehen wir doch ganz gern im Schatten, sind irgendwann von dem ganzen Lichtersegen auch reizüberflutet, und wenn wir nachts schlafen wollen, brauchen wir die Dunkelheit sowieso.
Aber natürlich stimmt es auch: Ohne Licht wächst nichts, ohne Licht gibt es kein Leben, ohne Licht werden wir traurig und schwermütig.
Also ist es schon wichtig, dass Licht in unser Leben kommt.
Die Beispiele, die ich genannt habe, zeigen, dass Menschen diese Aufgabe auch angenommen haben.
Aber zunächst einmal handelt es sich dabei ja nur um eine oberflächliche Art der Beleuchtung. Dabei ist das Licht doch auch das Symbol für alles, was schön und wichtig ist in unserem Leben. Licht ins Leben zu bringen heißt also nicht nur, den Schalter anzuknipsen und alles zu beleuchten, sondern es geht auch um das innere Licht, das auch nach außen hin sichtbar werden soll. Wenn wir von innen leuchten, können wir dieses Leuchten auch weitergeben: Wir können anderen helfen, wir können sie in Situationen der Trauer trösten, ihnen das Leben erleichtern.
Dies sind ganz allgemein gesprochen die wahren Hausaufgaben, die wir alle machen müssen.
Dabei muss natürlich jeder selbst nachdenken und für sich entscheiden, wie die jeweils eigenen Hausaufgaben aussehen, was ich selbst tun kann, um mehr Licht in das Leben anderer und damit in die Welt zu bringen.
Der Vers aus dem 119. Psalm zeigt uns aber auch, dass unsere eigenen Bemühungen, für Erleuchtung zu sorgen, nicht ausreichen. Gott ist meines Fußes Leuchte – später hieß es ja auch, Jesus ist das Licht der Welt: Über das, was ich selbst tue und was andere Menschen tun können hinaus, brauche ich manchmal das Licht Gottes und das leuchtende Beispiel Jesu, um den rechten Weg zu finden. Den rechten Weg, die innere Kraft, das innere Licht, leuchtendes Handeln – für all dies brauche ich die Hilfe Gottes, an den ich mich stets wenden kann. Nicht umsonst wird in finsterer Nacht, in finsteren Stunden gern und viel gebetet.
An ihn können wir uns wenden, er gibt uns Kraft, finstere Täler zu durchschreiten. Nach außen hin gibt uns die Lampe Sicherheit, mit der wir unseren Weg beleuchten, die innere Erleuchtung und Sicherheit finden wir durch ihn.

Ralf Müller

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