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Lutherrose
Das goldene Wort

Oktober 2010

Die Angst überwinden, Lebensmut finden

Johannes 16, Vers 33: „In der Welt habt Ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“

Eine wichtige Triebfeder menschlichen Handelns ist die Angst.
So wie Martin Luther im finsteren Wald während eines Gewitters Todesangst verspürte, so haben auch wir und auch Kinder viele und zum Teil tiefgehende, ja existentielle Ängste.
Ängste von Kindern, die diese uns genannt haben, sind zum Beispiel:
· Angst vor Schlangen, vor Spinnen und vor Löwen.
· Angst vor Spritzen
· Angst, dass ich eine Klassenarbeit verhaue
· Angst davor, dass unser Haus brennt
· Angst vor Alpträumen
· Angst dass sich die Eltern trennen
· Angst, die Familie zu verlieren
· Angst vor dem Alleinsein
· Angst, dass ich sterbe

Angstsymptome sind dabei Gänsehaut, Bauchschmerzen oder Zittern am ganzen Körper.

Mit all der Angst kann man aber auch Trost finden und wieder Mut gewinnen.
Was Mut macht bei Angst:
· mit Mama und Papa reden
· sich helfen lassen: von den Geschwistern, von Jesus und von Gott, über die Angst sprechen.

Die Angst und ihre Überwindung durch den Glauben: Das ist ein wichtiger Aspekt in Luthers Leben.

Der Glaube gibt ihm auch die Kraft, keine Angst vor geistlichen und weltlichen Autoritäten zu haben, vor den Ablasshändlern, vor dem Papst, vor dem Kaiser. Sein Glaube macht ihn stark und unabhängig, er nickt nicht – wie so viele Menschen auch heute noch – das ab, was die Autoritäten sagen, sondern er unterzieht alles dem Qualitätstest der Bibel.

Die Bibel, sie steht für ihn im Mittelpunkt.
Er ist ein Gelehrter, er kann sie in der Originalsprache lesen.
Das war zu seiner Zeit alles andere als selbstverständlich. Viele Menschen konnten überhaupt nicht lesen, sie konnten keine Fremdsprachen; das in den Büchern niedergelegte Weltwissen und die Inhalte der Bibel blieben ihnen verborgen.

Falsche Propheten redeten den Menschen ein, sie könnten sich von ihren Sünden freikaufen. Sie mussten es glauben, sie konnten nicht in der Bibel nachlesen wie Luther.

Luthers Bibelübersetzung hat Gottes Wort und ganz allgemein das Wissen breiten Bevölkerungsschichten zugänglich gemacht und damit sozusagen demokratisiert. Das Wissen war nicht mehr exklusiv privilegierten Schichten vorbehalten, sondern es war nun für alle da.
Dafür gesorgt zu haben, war eine große theologische und demokratische Leistung zugleich.

Ein Kind hat uns auch gesagt, wenn ich Angst habe und es dunkel ist, mache ich das Licht an.
Dies ist ein weiteres Bild für das Gegensatzpaar Angst und Mut: Dunkelheit und Licht.
Jesus hat das Licht und die Befreiung in die Welt gebracht, und Luther hat dieses Licht allen zugänglich gemacht und für die Verbreitung des Lichts unter der Mehrzahl der Bevölkerung gesorgt.

Die Lutherrose mit dem Kreuz, das für den Glauben an den Gekreuzigten steht, dem Herzen für die Liebe und den tiefen Glauben, der Rose für Freude, Trost und Friede symbolisiert Luthers Theologie: Der Glaube als Maßstab menschlichen Handelns.

So wird die Angst überwunden, die durchaus berechtigte Angst, die wir oft haben, durch Gottes Wort, durch sein Licht in der Welt, durch das tröstende und helfende Gespräch mit ihm und den Menschen.
Ausgehend von unserer Angst Lebensmut und Lebenskraft zu gewinnen, hierfür kann Luther für uns und für unser Leben ein Vorbild sein.

Ralf Müller

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