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Das goldene Wort

Wer bestimmt unsere Zukunft?

60 Menschen – Junge und Alte, Evangelische und Katholische, Kirchliche und Nicht-Kirchliche – eine bunte Mischung – waren auf der Expo, zwei Tage lang.
„Zukunft“ – das war dort eines der häufigsten Wörter.
Beispiele: Die Zukunft des Wissens, die Zukunft der Arbeit, die Zukunft des Menschen. Die größte Aufmerksamkeit zogen die großen Konzerne auf sich. Wartezeit am Pavillon von Bertelsmann: 2 Stunden. Wartezeit bei Siemens: 2 Stunden. Kein Scherz. So viele Menschen wollten diese Pavillons sehen.
Viel war von den neuen Medien die Rede und natürlich von der schönen Zukunft, die nur darauf wartet, uns zu beglücken. Und natürlich ist dies eine Zukunft mit Bertelsmann, Siemens und Daimler-Benz. Um nur diese stellvertretend auch für andere zu nennen.
Fragen gehen mir durch den Kopf.
Eine ganz besonders:
Wer wird unsere Zukunft bestimmen? Wer wird darüber bestimmen, was wir denken und wie wir handeln? Sind es die immer präziser und genauer an unseren Träumen und Wünschen ausgerichteten Werbebotschaften?
„Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden.“ Das hat Jesus gesagt. Für uns heute klingt das nach Zwang und Einschränkung unserer Freiheit. Doch damals waren diese Worte für die Christen und Christinnen eine Offenbarung, eine Befreiung von falschen Ansprüchen, eine riesige Erleichterung. Denn sie lebten in einer Welt der Machtausübung und des Zwanges. Der Kaiser wollte als Gott verehrt werden, die römische Staatsreligion zwang alle unter ihre Knute. Machtausübung zum Vorteil der Mächtigen. Der Kaiser lebte gut, und die anderen Staatsbeamten, z.B. die Prokuratoren, lebten auch gut. Auf Kosten der anderen. Sie lebten nur für ihren eigenen Vorteil.
„Mir – nicht dem Kaiser – ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden.“
Wer bestimmt unsere Zukunft? Wer hat die Macht?
Heute ist das nicht sofort erkennbar. Es gibt keinen Kaiser. Und trotzdem: auf unser Denken wird heute viel unterschwelliger Einfluß ausgeübt.
Jeder Bereich auf der Erde und im Himmel, also im ganzen Universum, steht unter der Herrschaft des Mannes aus Nazareth. Und damit auch unsere Zukunft.
Derjenige, der in seinem Leben nicht seinen eigenen Gewinn gesucht hat, derjenige, der nicht für seinen eigenen Vorteil gelebt hat, der soll der Herr unseres Lebens sein – niemand sonst.
Warum? Vielleicht weil derjenige besonders glaubwürdig ist, der nicht seinen eigenen Vorteil sucht. Jesus hatte keinen Vorteil von seinem Engagement für Gott und für die Menschen – im Gegenteil: er wurde dafür hingerichtet.
Nein, einen Vorteil hat er sicher nicht gehabt. Ob das für seine Glaubwürdigkeit ausreicht?

Thomas Fischer
Pfarrer im Ev. Jugendpfarramt des Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid
 

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