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Das goldene Wort

Der Fußball-Gott?

Er glaube nicht mehr an den Fußball-Gott, hat Rudi Assauer in aller Öffentlichkeit verkündet. Fürwahr: Ein rechtes Bekenntnis! Ich kann ihm da nur beipflichten. Ich glaube auch nicht an den Fußball-Gott. Ich habe noch nie an den Fußball-Gott geglaubt.
Deshalb bete ich auch nicht um Tore, Punkte, Meisterschaften. Mag sein, dass der Fußball-Gott für einen Heiden – Spass sorgt, Gerechtigkeit sollte man von ihm nicht erwarten. Wann hätten Götter je für Gerechtigkeit gesorgt?
Ich glaube an Gott, den Vater, den Schöpfer Himmels und der Erden, und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, und an den Heiligen Geist. Und ich bete zu Ihm in Dank und Bitte. Dass er sich um mein, um unser aller Leben kümmert, das glaube ich ganz gewiß; dass er sich um Tore, Punkte, Meisterschaften kümmert dagegen nicht.
Erstaunlich ja: Leute, die sonst nichts mit Gott und Kirche am Hut haben, entdecken plötzlich religiöse Regungen: zünden Kerzen an, beten um himmlischen Beistand und gehen zu diesem Zweck in die Kirche. Genützt hat es bekanntlich nichts. Ob dieselben Leute bei einem anderen Ausgang Gott wohl auch gedankt hätten?
Als Jesus einmal von seinen Jüngern gebeten wurde, sie beten zu lehren, hat er mit dem „Vater-unser“ geantwortet.. Und zur Erläuterung die Geschichte vom bittenden Freund erzählt (nachzulesen im Lukas-Evangelium, Kapitel 11, Verse 5 – 13).
Zum biblischen Gott dürfen und sollen wir beten wie zu einem Freund. Und wenn wir zu diesem Gott beten, dürfen wir duchaus auch unverschämt sein. Wir dürfen unverschämt, ohne Scham, beten, aber nicht um Unverschämtes. Der Freund in der Geschichte erbittet nichts Unverschämtes, sondern elementare Lebensmittel: drei Brote. Auch im Vater-unser wird ja nur um das Lebensnotwendige gebetet. „Unser täglich Brot gib uns heute!“, wobei die Betonung auch hier auf „täglich“ und „heute“ liegt.
So markiert die Brotbitte geradezu Maß und Grenze des Betens und bewahrt den Beter z.B. vor der Habgier. Wer Gott beispielsweise um Tore, Punkte, Meisterschaften bittet, wird wohl eher auf taube Ohren stoßen, denn das wäre gewiß eine unverschämte Bitte, weil sie sich vor allem ja auch gegen andere richtet. Wenn es im Vaterunser zuerst um Gottes Namen und Reich geht, ist von Anfang an der Rahmen markiert, innerhalb dessen rechtes Beten sich vollzieht.
Beten hat die Verheißung, das es erhört, erfüllt wird. Und man darf beim Beten auch unverschämt sein, Gott so lange in den Ohren liegen, bis er hört. Aber man soll eben auch nicht um Unverschämtes bitten. Beten ist die Bitte an Gott um das zum Leben Notwendige und der Dank dafür. Und so schön der Gewinn einer deutschen Fußballmeisterschaft auch sein mag, zum Leben notwendig ist sie allemal nicht.

Detlef Brandenburger
 

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