zurück zur Startseite der Ev. Jugend Rotthausen

Das goldene Wort

Lebensregeln

Die 10 Gebote sind als Regeln für unser Leben zu verstehen.
Die entscheidende Frage ist dabei im wahrsten Sinne des Wortes, was heute ge-boten ist.
Es sind Lebensregeln notwendig, damit wir eine Richtschnur dafür haben, was für unser Leben und für das Zusammenleben mit anderen wichtig ist.

Regeln sind immer auch erforderlich für die gute Zusammenarbeit in den Gruppen unseres Jugendheims.

Hier sind einige Beispiele für Regeln, die Kinder unserer Gruppen einmal selbst aufgestellt haben:
"Wir wollen Rücksicht nehmen, zusammenhalten und guten Teamgeist zeigen.
Wir wollen Sachen miteinander teilen, anderen helfen und nichts beschädigen.
Wir wollen uns nicht schlagen, Streit vermeiden und niemandem Schaden zufügen.
Wir wollen anderen zuhören, sie ausreden lassen und auf die Gruppenleiter hören."

Es ist natürlich nicht immer leicht, all diese Regeln einzuhalten, aber es ist gut, daß es sie gibt; als Richtlinien für die Zusammenarbeit in den Gruppen.
Daß Kinder solche Regeln aufstellen, zeigt auch, daß sie selbst Regeln wünschen und brauchen, damit sie wissen, woran sie sich halten können.

Daß Vater und Mutter geehrt werden sollen, bedeutet auch, daß Eltern, Lehrer, Gruppenleiter und auch der Staat den Kindern Richtlinien für ihr Leben mit auf den Weg geben müssen, um den Kindern deutlich zu machen, was denn eigentlich ehrenswert ist.
Dies ist eigentlich selbstverständlich, wird aber von den Erwachsenen keineswegs immer beherzigt.

Häufig hat die Erziehung abgedankt, Lehrer haben vor den Zuständen in den Schulen resigniert, und auch der Staat hat seinen jungen Bürgern keine Perspektiven anzubieten.
So bleiben Kinder sich selbst überlassen; ja, schlimmer noch: Erwachsene selbst und heutzutage ja auch insbesondere führende Politiker senden die Botschaft aus, daß sich moralisches Verhalten nicht auszahlt.

So ist es kein Wunder, wenn Jugendstudien feststellen, daß nur noch eine Minderheit von Jugendlichen den Blick zuversichtlich in die Zukunft richtet.

Und die häufig beklagte Politikverdrossenheit der Jugend ist wohl eher eine Jugendverdrossenheit der Politik, obwohl sich natürlich die Frage stellt, wer das größere Recht hat, über wen verdrossen zu sein.

Die Orientierungslosigkeit vieler Jugendlicher und die Sehnsucht nach Werten, die ihnen aber nur selten nahegebracht werden, erhöhen die Bereitschaft zur Gewalt und zu sozial schädlichen Formen der Konfliktregelung. Wo sich niemand um Kinder und Jugendliche kümmert, drohen Kriminalität und Verwahrlosung. Die sozialen und geistigen Hintergründe dieser Misere müssen aufgedeckt und ihre Ursachen müssen bekämpft werden.

In Hamburg lebt bereits jeder sechste der 15-18jährigen von der Sozialhilfe, und in Gelsenkirchen dürfte es nicht viel anders sein.
Aber statt daß Jugendlichen wirkungsvoll geholfen wird, wird ihr Verhalten zur Katastrophe erklärt.

Ein radikales Umdenken des Staates und jedes einzelnen Erwachsenen ist notwendig: Vorbeugung und Hilfe sind der beste Schutz vor Kriminalität; Investitionen ins Bildungs- und Sozialwesen sind Investitionen in die Zukunft unserer Jugend; die Schaffung von Arbeitsplätzen erhöht die soziale Sicherheit und bietet Lebensperspektiven.

Also: Wir alle müssen unseren Erziehungsauftrag wahrnehmen, wir müssen der Jugend positive Alternativen aufzeigen. Wenn Kinder uns Erwachsene ehren sollen, dann müssen wir sie ernst nehmen, ihnen aufzeigen, was für ihr Leben wichtig ist, ihnen die Möglichkeit geben, Ziele zu verwirklichen, kurz: ihnen Lebensregeln anbieten.

Nur wenn auch wir unsere Kinder ehren, so werden sie in der Lage sein, uns ihrerseits zu ehren.

Ralf Müller
 

zurück zur Startseite der Ev. Jugend Rotthausen