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Bericht über dieSebastian Küster persönlich
Erlebniswoche in den Herbstferien
vom 16. bis 19. Oktober 2001

Gerade in der heutigen Welt der Kinder und Jugendlichen, in der Computerspiele populärer sind als Spaziergänge oder Erlebnisse in der freien Natur, ist es wichtig, durch gezielte Aktionen die Jugend wieder in die freie Umwelt zurückzuführen.
Durch erlebnisorientierte Aktionen lernen die Kinder und Jugendlichen, wie Kommunikation und Interaktion innerhalb von Gruppen, aber auch im Einklang mit sich selbst funktioneren. Das sich herantasten an individuelle Grenzen und die Erfahrung von kooperativer Problembewältigung bestärkt die Kinder in ihrem Selbstbewusstsein und schafft eine positive Atmosphäre in der Gruppe.
Durch bewusstes Training solcher Fähigkeiten soll erreicht werden, dass die Kinder auch ausserhalb der Gruppe zu sozialem Verhalten und zu mündigen Gruppenmitgliedern erzogen werden.
Unser diesjähriges Projekt richtete sich an Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren, 12 Kinder hatten sich angemeldet, davon 7 Mädchen.
Unsere Projektwoche fand in den Herbstferien statt, an 4 Tagen waren wir mit den TeilnehmerInnen von 10:30 bis 17:30 unterwegs.

Sebastian Küster und Barbara Bukes, die Erlebnis-ChefinDen Dienstag verbrachten wir im Salvador-Allende- Haus in Oer-Erkenschwick. Nach mehreren Kennenlern- und Aufwärmspielen im Haus folgten bekannte und beliebte Interaktionsspiele wie der „Gordische Knoten“, das Ausbalancieren einer Gruppe von 10 Leuten auf einer Wippe, sowie ein Blindenparcours, an dem Kinder sowie Betreuer eine Menge Spaß hatten. Einige der Kinder hatten bei einem Kriechgang durch den Keller bei vollständiger Dunkelheit ihr persönliches Highlight des Tages. Dabei galt es, in vollkommener Dunkelheit auf allen Vieren in einem niedrigen Raum durch einen Parcours zu finden, wobei am Ende eine kleine Belohnung in Form eines Müsliriegels wartete. Zum Abschluß bauten wir noch aus losen Stöcken und Zweigen ein „Waldsofa, auf dem dann auch alle der insgesamt 27 teilnehmenden Kindern und Jugendlichen Platz fanden.

Den Mittwoch verbrachten wir in der Zeche Helene in Essen. Nachdem wir uns morgens mit einigen Aufwärmspielen gelockert hatten, begann für die Kinder die Knotenkunde. Die zwei wichtigsten Knoten mussten erlernt werden, damit die Kinder nach und nach in Dreiergruppen klettern konnten. Hierbei kletterte ein Kind, wärend das zweite sicherte. Ein drittes Kind hielt den Rest des Seils, um im Notfall nachzusichern. Nach und nach entwickelten einige der Kinder schon beachtliche Fähigkeiten. Selbst die jüngsten schreckten nicht davor zurück, an recht schwierigen Stellen bis zu den 18 m hohen Umlenkrollen zu klettern. Während einige der Kinder hier ihr individuelles Erfolgserlebnis hatten, übten ein paar der anderen schon selbständig in der Boulderhöhle in geringer Höhe Griff- und Klettertechniken.Auch zeigte sich, dass einige Kinder durchaus mehr Spaß daran hatten, andere zu sichern, als selber zu klettern.
Einige der Kinder waren derart enthusiastisch, dass sie selbst in der Mittagspause nicht aufhören wollten. Nach einer gemeinsamen Reflexion trennten sich die Gruppen dann gegen 17:00.

ganz schön hoch...Am Donnerstag stand für einige der Kinder die ultimative Probe bevor. In einem Waldstück bei Bottrop seilten wir uns von einem Feuerwachturm ab. In der ersten Übung bestiegen wir die Aussichtsplattform in der obersten Etage. Danach suchte sich jeder Teilnehmer seine individuelle Einstiegshöhe aus. In 6 Etagen war eine Abstufung zwischen 30 m und 8 m möglich. Einige seilten sich sofort begierig aus der obersten Etage ab, andere fingen unten an und tasteten sich dann langsam höher.
Zum Ende des Tages hatten sich dann aber bis auch wenige Ausnahmen alle Kinder zumindest einmal abgeseilt, jedes auf seiner individuellen Stufe.

Am letzten Tag haben wir dann den Landschaftspark Duisburg besucht, wo wir im Kletterpark Möllerbunker kletterten. Während einige Kinder zum ersten Mal mit Griffen im Beton die nicht deutlich sichtbar aufgeschraubt waren konfrontiert wurden, erkundeten andere in betreuten Kleingruppen den Klettersteig, wobei einige Teilnehmer deutlich an ihre Grenzen geführt wurden. Zum Tagesabschluss fand noch einmal eine Abschlußreflexion statt, bei der die Teilnehmer noch einmal die Ereignisse der vergangenen Woche verarbeiten konnten.

Gerade durch die Vielschichtigkeit der Angebote in dieser Woche war es jedem Kind möglich, einen persönlichen Erfolg zu erleben, die eigenen Grenzen kennenzulernen, und diese vor allem zu akzeptieren. So hat jeder der Teilnehmenden ein seinen eigenen Teil aus der Woche mitgenommen.

Sebastian Küster
 

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