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Was man so alles zu sehen (und zu hören) bekommt...
Bericht vom 37. Ev. Kirchentag in Berlin „Du siehst mich“ (1. Mose, 16,13)

24.-28.5.2017

 

Mittwoch, 24.5.2017

Wir müssen einen Reisebus chartern, weil es keine Sonderzüge gibt. Der Kirchentag empfiehlt sogar den Flixbus. Also: Stau Stau Stau, Hinfahrt 11 Stunden, Rückfahrt 10 Stunden.

Unsere Unterkunft, die Lily-Braun-Schule in Spandau, ist altehrwürdig und verkehrsgünstig gelegen. Man kann immer duschen. Zum Frühstück könnte es etwas mehr geben. Das stellt sich aber erst am folgenden Morgen heraus.

Für den Eröffnungsgottesdienst sind wir zu spät angekommen, also nach dem häuslichen Einrichten in den Klassenzimmern erst mal Abendessen, im Restaurant Meilenstein, in dem wir am Sonntag auch unser Abschlussbrunch einnehmen werden.

http://www.meilenstein-spandau.de

Dann zum Abend der Begegnung. Mit dem Rollstuhl ist es im öffentlichen Nahverkehr in Berlin ziemlich abenteuerlich.

Die Sandbilderprojektion und der Abendsegen am Dom sind eindrucksvoll.

 

Donnerstag, 25.5.2017

Am Donnerstag legen im einstmals größten Kino der DDR, im Kosmos, Dagmar Freist und Andrea Strübind die Geschichte von Maria und Elisabeth (Lukas 1, 39-56) feministisch aus und verweisen auf die Wirkungsgeschichte Marias, auf ihre Bedeutung bis heute.

Eine Frau ist als Eingangstor Gottes in die Welt erwählt worden. Die Begegnung der beiden ist ein Gipfeltreffen biblischer Frauen.

https://www.kosmos-berlin.de/

Man muss früh Mittag essen, also gegen 11:30 Uhr, weil es ja nicht viel zum Frühstück gab. Im Bahnhof Alexanderplatz kann man lecker thailändisch Mittag essen.

Auf dem Markt der Möglichkeiten gibt es wie immer viel zu sehen und mitzunehmen. Die Linkspartei fragt sich, warum es in NRW nicht für 5% gereicht hat, und bei der TAZ gibt es leckeren Kaffee. Chrismon macht ein schönes Foto von uns vor dem Tor der Schlosskirche zu Wittenberg.

Dann wieder essen: Die leckersten Falafel von ganz Berlin warten auf mich.

Die gibt es hier:

Baharat-Falafel, Winterfeldtstraße 37  10781 Berlin-Schöneberg U1/2 Nollendorfplatz

Abends treten Bittlinger und Grün auf dem Breitscheidplatz auf, Pater Anselm Grüns philosophisch-theologische Weisheiten und Clemens Bittlingers Musik („Herr, kehre ein in dieses Haus“) sind sehr erbaulich.

https://www.youtube.com/watch?v=RYk1ZPcewiY

 

Freitag, 26.5.2017

Am Freitag gestalten Heinrich Bedford-Strohm und Reinhard Kardinal Marx die Bibelarbeit im Dialog – im City Cube auf dem Messegelände: Jakob und Esau versöhnen sich (1. Mose 33, 1-17). Marx verweist auf politische Versöhnungsprozesse nach dem Zweiten Weltkrieg, häufig kompliziert, dennoch immens wichtig. Beide beziehen die Versöhnung außerdem auf die Ökumene und umarmen sich. Marx sagt noch, dass Jakob ein Schlitzohr gewesen sei, Bedford-Strohm will aber nicht sagen, wer von den beiden Bibelauslegern das Schlitzohr ist. Judy Bailey musiziert dazu: „Hold us together“. Alle umarmen sich und beschwören die Ökumene.

https://www.youtube.com/watch?v=aRqEJFnlXFc

Es geht sowieso Richtung Tiergarten, also ist das auch ein guter Ort für das Mittagessen:

https://www.giraffe-berlin.de/

Inmitten hoher Gebäude der Internationalen Bauausstellung 1957 befindet sich dieses Restaurant mit Außengastronomie.

Auch die vielen Gebäude wären sicher einen Fotospaziergang wert, aber dafür ist leider keine Zeit.

Denn der Freitag ist auch der Tag des spirituellen Laufens (im Tiergarten) – „Andere Zeiten“

http://www.anderezeiten.de/

haben ihren Standort an der Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche, und nach der theoretischen Einführung durch Frank Hofmann wird auch gelaufen – ein 100-km-Mann übernimmt die Führung der schnelleren Gruppe. Anschließend erfolgt die Wasser- und Obstversorgung vor der Kirche. Von den etwa 100 Zuhörern sind 40 mitgelaufen.

Sie können die Theorie hier nachlesen:

https://www.spirituelles-laufen.de/dekt/

Zwischendurch schadet es nichts, in den Spandau-Arkaden etwas zu essen, die Spandauer Altstadt zu besichtigen, dann in der Unterkunft zu duschen, um schließlich wieder loszufahren.

Abends spielt Polkageist auf dem Alexanderplatz, eine ziemlich schräge Combo, das kann man sich eine Stunde lang gut anhören:

https://www.youtube.com/watch?v=5t0bHFZlFTI

Aber dann muss man auch noch an das Brauhaus in Spandau denken.

http://www.brauhaus-spandau.de

Das ist schließlich der allabendliche Treffpunkt unserer Gruppe.

 

Samstag, 27.5.2017

Am Samstag geht es dann wieder im Kosmos weiter mit der nächsten Bibelarbeit, hurra, diesmal in Englisch! Agnes Abuom spricht über die Zachäus-Geschichte (Lukas 19, 1-10).

Jesus macht sich angreifbar, weil er sich mit dem tax collector einlässt, aber gerade für Leute wie ihn ist Jesus da. He gives us hope of a brighter and better future. Das Publikum soll sich miteinander unterhalten und sich kennenlernen, und diese Möglichkeit wird rege wahrgenommen.

Weiter geht es zur Nikolaikirche, die nun ein Museum ist, wie ich erfahren darf, der Eintritt ist für Kirchentagsbesucher frei, drinnen sind Epitaphe zu sehen:

https://www.stadtmuseum.de/nikolaikirche

Im schönen Nikolaiviertel kann man eher gutbürgerlich essen.

Borussia-Dortmund-Fans (Pokalendspiel gegen Eintracht Frankfurt) haben ein Schiff gemietet und fahren fähnchenschwenkend zu lauter Musik die Spree auf und ab. Ob die überhaupt noch ins Stadion wollen?

Marx und Engels werden wie Heilige verehrt, ihr Denkmal ist an den Händen ganz bronze-hell.

Die Hackeschen Höfe sind ein schönes Szeneviertel, und in der Hasenheide am Südstern gibt es ein weiteres Brauhaus mit köstlichem Bier. Hier kann man auch sehr gut essen:

http://www.brauhaus-suedstern.de

Abends wird dann im Brauhaus Spandau das Fußballspiel übertragen, und am Ende jubeln die Dortmund-Fans. Was ist aus denen auf dem Schiff geworden?

 

Sonntag, 28.5.2017

Am Sonntagmorgen packen wir alles zusammen, räumen die Schule, gehen im Meilenstein frühstücken und fahren schließlich ab. Die Teilnehmenden aus der Christusgemeinde, die mit uns gefahren und untergebracht sind, werden am Südkreuz eingesammelt, weil sie noch beim Schlussgottesdienst in Wittenberg waren. Viel haben sie nicht davon mitbekommen, weil der später begonnen hat.

Dann geht es mit dem Bus zurück, wieder Stau Stau Stau, und um 1 Uhr nachts sind wir zu Hause.

Der nächste Kirchentag findet vom 19.-23. Juni 2019 in Dortmund statt, und dann sind wir wieder dabei, verbotene Stadt hin oder her.

Ralf Müller


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